Indonesien

Arca-Cikopo-Selatan

Gesamtbelegung: 10 Tote

Gesamtbelegung: 10 Tote


Auf der Anlage „Arca Domas“ – bei dem Dorf Cikopo in der Nähe der Stadt Bogor, und 70 Kilometer südlich von Jakarta entfernt – sind Soldaten des Zweiten Weltkriegs begraben. Die Zufahrtsstraße ist bis auf die letzten Kilometer asphaltiert. 

Friedhofsbeschreibung 

Die Kriegsgräberstätte in West-Java liegt auf rund 1.000 Metern Höhe. Am Hang des Vulkans Pangrango stehen zwischen riesigen Waringin-Bäumen zehn weisse Grabsteine in Form von Eisernen Kreuzen. Acht Gräber sind mit Namen gekennzeichnet. Das Hauptdenkmal wird flankiert von einer Buddha-Statue und einer hinduistischen Ganesha-Statue, der Gottheit der Weisheit mit dem Kopf eines Elefanten. 

Belegung 

Die zehn Soldaten, von denen zwei unbekannt sind, verloren ihr Leben durch Krankheit oder Gewalt fast 10.000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Nach Indonesien kamen sie an Bord von U-Booten. Sie sollten für die deutsche Marine kriegswichtige Rohstoffe aus dem von Japan besetzten Land transportieren – durch die alliierte See-Blockade. Ein eher verzweifelt anmutender Plan der deutschen Marineleitung, den viele Seeleute mit ihrem Leben bezahlten. 

Historie 

An diesem Hang wurden unter den Hindu-Königen von Tarumanagara bis Pajajaran über Jahrhunderte die Seelen der Verstorbenen den Göttern in einem Heiligtum übergeben. Vier heilige Waringin-Bäume umsäumten es. Die behauenen Statuen und Steine zählten zuletzt wohl an die 800 und der Friedhof wurde „Arca Domas“ genannt (Alt-Sanskrit für „Achthundert Statuen“). Im 16. Jahrhundert zerstörten islamische Krieger das Königreich, konvertierten die meisten Sundanesen zum Islam. Paläste und Tempel gingen verloren. Später wurde der Hang landwirtschaftlich kultiviert. Nur die Waringin-Bäume erinnern an das Heiligtum. 

Nach dem Ersten Weltkrieg kauften die deutschen Brüder Emil und Theodor Helfferich hier 900 Hektar Land für eine Teeplantage. Da ihr älterer Bruder Karl Helfferich Vizekanzler unter dem letzten deutschen Kaiser war, errichteten sie in Verbundenheit mit der Kaiserlichen Marine und im Gedenken an das von den Briten versenkte Ostasien-Geschwader des Admirals Graf Spee zwischen den ehrwürdigen Bäumen ein Denkmal mit der Aufschrift „Dem tapferen Deutsch-Ostasiatischen Geschwader 1914. Errichtet von Emil und Theodor Helfferich". Die Statuen wurden ihm als Tribut an die alten Religionen Javas zur Seite gestellt. Eingeweiht wurde es 1926, als der deutsche Schulkreuzer „Hamburg“ in der damaligen Niederländischen Kolonie ankerte. 

Auf diesem Areal wurden nach dem Zweiten Weltkrieg die zehn Soldaten bestattet. Der Friedhof wird von der Deutschen Botschaft in Jakarta betreut und gepflegt.